Sie sind geheimnisvoll, kostbar und vielleicht sogar von mythischer Herkunft: Korallen. Vor über 500 Jahren galten sie als Wunder aus den Tiefen eines kaum erforschten Meeres. Zwischen antiker Legende und früher Wissenschaft rankten sich zahlreiche Mythen um Korallen, man glaubte mitunter, sie seien aus dem Blut der Medusa entstanden.
Das Blut der Medusa
Die Korallen von Schloss Ambras
Schloss Ambras Innsbruck
Schlossstraße 20
6020 Innsbruck
Täglich von 10 - 17 Uhr
Im November geschlossen
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Über die Ausstellung
Ausgehend von der einzigartigen Sammlung Erzherzog Ferdinands II., der weltweit größten Sammlung von Korallen aus dem 16. Jahrhundert, treten in sinnlich inszenierten Räumen mit Licht, Farbe und Sound rund 50 Korallenobjekte, ausgewählte Leihgaben und naturwissenschaftliche Perspektiven in einen Dialog. Die Sonderpräsentation beleuchtet die faszinierende Welt der Korallen und spannt dabei einen Bogen bis in die Gegenwart. Thematisiert werden ihre mythologische Bedeutung, ihr historischer Wert als kostbare Naturalien, ihre wissenschaftliche Erforschung und ihre heutige Rolle als Symbol für den Klimawandel.
Die Koralle als bedrohte Schönheit
Die Präsentation rückt Korallen als fragile Ikonen des Klimawandels ins Bewusstsein – einst kostbarer als Gold, heute so bedroht wie nie zuvor. Korallen schaffen Lebensräume für rund ein Viertel aller Meereslebewesen und gehören damit zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Seit Jahrtausenden nutzen Menschen diese Lebensräume nachhaltig. Zudem liefern Korallen Impulse für Medizin, Kunst und Kultur. Die Präsentation macht aber auch sichtbar, wie instabil diese Ökosysteme sind: durch den Klimawandel steigen die Meerestemperaturen an und verursachen Korallenbleichen und ihr Absterben.
Natur trifft Aberglaube, Pharmakologische Anwendung und Kunst
Die Sonderpräsentation beleuchtet zuletzt die symbolische Kraft der Koralle. Aufgrund der roten Farbe galten Korallen seit der Antike als Schutzmittel gegen Krankheit, Unheil und den „bösen Blick“. Das Pulver aus der roten Koralle fand seinen Platz in Arzneibüchern und medizinischen Rezepturen, wie auch im berühmten Arzneimittelbuch der Philippine Welser. Als Sinnbild des Blutes Christi erhielt die Koralle im Christentum eine tiefgreifende Bedeutung. Sie wird zum Symbol von Opfer, Erlösung und ewigem Leben.
Auch waren Korallen seit der Antike nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, sondern auch Material für künstlerische Bearbeitung. Zu Lebzeiten Erzherzog Ferdinands II. füllten Korallen einen ganzen Kasten der Ambraser Kunst- und Wunderkammer. Mit der Aufklärung verlagerte sich der Fokus von der Kunst zur Natur: Kategorisierung und Klassifizierung rückten in den Vordergrund. Die Spezialisierung der Museen verstärkte diesen Wandel.
Eine spezielle Verbindung von Natur und Kunst findet man in den „Corallen Pürg“, künstlich gestalteten Bergen aus Gips, die mit Korallen besetzt sind. Sie erwecken den Eindruck, als ob sie aus den Bergen herauswachsen würden.
Lasst ein Korallenriff wachsen!
Die Sonderpräsentation endet mit einem partizipativen Teil für Besucher*innen: Sie werden dazu eingeladen, selbst Teil eines wachsenden Korallenriffes zu werden. Ob gehäkelt, gefaltet oder geformte Korallenobjekte – all dies erweitert nach und nach eine gemeinschaftliche Installation. Ein poetisches Zeichen dafür, dass Schutz und Erhalt dieser bedrohten Lebenswelt eine gemeinsame Aufgabe sind.
Sonderausstellung Das Blut der Medusa
26. Juni bis 31. Oktober 2026
Täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr










