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The Silence of Animals

The Silence of Animals

»The Silence of Animals« des zeitgenössischen Künstlers Miguel Branco schlägt eine Brücke von der Ausstellung »Echt tierisch! Die Menagerie des Fürsten« in die Gegenwart. Gezeigt werden Schlüsselwerke Brancos, der sich seit mehr als 20 Jahren mit den Kunstkammern der Renaissance auseinander setzt und die Tiermalerei seit dem 16. Jahrhundert auf faszinierende Art neu interpretiert. War einst Portugal Umschlagplatz, um die bislang unbekannten exotischen Tiere und ihre kunstvollen Produkte zum Bestaunen an die habsburgischen Fürstenhöfe zu bringen, so kommt auch Miguel Branco aus Portugal. Er erregt heute Staunen, indem er historisch vertraut anmutende Tierabbildungen verfremdet und sorgsam durch abstrahierende Bedeutungsebenen bereichert.

Branco setzt sich mit der Tiermalerei als historisch wenig angesehener Randerscheinung auseinander. Seine titellosen Bilder rücken Tiere in ein repräsentatives Licht, um ihre reine Präsenz in einer repräsentationslosen Dramaturgie zu inszenieren. Er behandelt auch das zentrale Thema des Kopierens: Wie bereits in der Renaissance greift auch er direkt auf Vorbilder zurück, strebt aber keine Duplikate an, sondern setzt seine Abbildungen subtil verstörend aus Tierausschnitten verschiedener Gemälde als Collage zusammen. Seine Plastiken konterkarieren die ehrwürdigen Materialen der Kunstgeschichte wie edle Naturalien, Bronze oder Silber in einem verspielten Zugang: Sie sind aus Holz und der Modelliermasse Fimo gefertigt. Zu den Exponaten von Branco in der Bauernrüstkammer ist eine zeitgenössische Intervention in der Ambraser Kunst- und Wunderkammer ausgestellt: eine Kleinplastik des Dodos, jenes flugunfähigen, heute ausgestorbenen Vogels aus Mauritius, der einst Prachtstück jeder fürstlichen Menagerie in der Renaissance war.


Information

18 June 2015
to 4 October 2015

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