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Die Kunst- und Wunderkammer

Kunst- und Wunderkammern sind in der Renaissance als Universalsammlungen entstanden, die das gesamte Wissen der Zeit erfassen wollten. Die Sammler sahen sich als gottgleiche Schöpfer einer Welt im Kleinen.

Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595) entwickelte für seine Sammlung eine besondere Art der Präsentation, bei der Objekte aus demselben Material unabhängig von ihrer Herkunft in ursprünglich 18 Kästen verwahrt wurden. Seine Kunst- und Wunderkammer war urspünglich ein mit Bildern vollgehängter Raum, in dessen Mitte zwei deckenhohe, bis auf die Eckkästen den Fensterseiten zugewandte Schrankreihen standen. Diese Kästen, von denen sich nur mehr zwei original erhalten haben, waren randvoll mit Exponaten gefüllt, die zur einzelnen Betrachtung nach Bedarf herausgeholt wurden. Man darf sich also die Kunst- und Wunderkammer nicht als Ort der Präsentation von Schaukästen vorstellen, die sie heute ist.

Die Sammlung enthält Kristallpokale, Silber- und Goldschmiedearbeiten sowie Bronzeskulpture, kostbares Glas und filigrane Drechselarbeiten. Besonders hervorzuheben ist die spätmittelalterliche Skulptur aus Birnbaumholz, das »Tödlein«. Neben künstlerisch und handwerklich herausragenden Exponaten wurden auch wissenschaftliche Gegenstände sowie Musikinstrumente zusammengetragen. Auch rare, exotische und außergewöhnliche Naturalien und Porträts von Menschen oder Tieren, die als »Wunder der Natur« galten – wie etwa jene der Haarmenschen –, wurden gesammelt. Die Ambraser Sammlung birgt eine der bedeutendsten europäischen Sammlungen an »Exotika«, also Objekten aus fernen Ländern. Hervorzuheben sind etwa die »Ryukyu Schale« oder die einzigen außerhalb Japans erhaltenen Seidentücher aus dem 16. Jahhundert.

Das Antiquarium diente zur Aufstellung antiker Skulpturen. In seinen Öffnungen sind 85 halbkreisförmige Nischen eingetieft, die mit Bildnisköpfen berühmter Persönlichkeiten des antiken Roms und mythologischen Darstellungen ausgestattet sind.

Die heutige Aufstellung der Ambraser Kunst- und Wunderkammer von Ferdinand berücksichtigt alte Inventare, welche die Gegenstände und ihre Anordnung beschreiben. Das älteste davon wurde 1596 nach dem Tod Ferdinands angefertigt.

Information

Schloss Ambras Innsbruck
Schlossstraße 20, 6020 Innsbruck

Öffnungszeiten
Täglich, 10 - 17 Uhr
Einlass ist jeweils bis eine halbe Stunde vor Schließzeit!

Die Habsburger Porträtgalerie ist nur von April bis Oktober zugänglich!

2. - 30. November geschlossen!

Sonderöffnungszeiten

Sekretariat
Tel. +43 1 525 24- 4802
info.ambras@khm.at

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