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Türkenkammer
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Türkenkammer

Schloss Ambras Innsbruck besitzt eine der bedeutendsten Sammlungen von Gegenständen osmanischer Herkunft aus dem 16. Jahrhundert, die von Erzherzog Ferdinand II. in der „Türkenkammer“ – einem eigenen Raumabschnitt innerhalb der Rüstkammern – präsentiert wurden. Die Sammlung, die der Erzherzog zusammentrug, entsprach einer an europäischen Fürstenhöfen dieser Zeit weit verbreiteten „Türken-Mode“ und umfasste orientalische und orientalisierende, in Europa gefertigte Objekte.

Im 16. Jahrhundert war das Osmanische Reich eine ständige Bedrohung für das christliche Abendland. Dennoch brachte man ihm auch größte Bewunderung aufgrund der hervorragenden technischen Kriegsführung und seiner Kunst und Kultur entgegen. Es war diese Ambivalenz aus Furcht und Faszination, die europäische Fürsten wie Erzherzog Ferdinand II. dazu bewog, eine eigene erlesene Sammlung an „Turcica“ anzulegen. Die dort präsentierten Gegenstände waren eine Reminiszenz an die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Habsburgern und Osmanen, deren Reich sich bis an die habsburgischen Grenzen ausdehnte.

Auch Erzherzog Ferdinand II. selbst führte 1556 eine militärische Expedition gegen den „Hauptfeind der Christenheit“ in Ungarn an. Unter seinem Kommando konnten die eingeschlossene Festung Sziget mit Proviant versorgt und die Belagerer zurückgedrängt werden. Die Beutestücke aus diesem Feldzug und Gegenstände aus dem Türkenkrieg von 1566 fanden Aufnahme in seine „Türkenkammer“. Kostbare Sättel, Pfeile, Köcher und Reflexbögen finden sich darin ebenso wie Säbel, Schilde und Helme.

Andererseits gibt es auch Ausrüstungsstücke, die in Europa gearbeitet wurden: Sie wurden meist bei Turnieren, die im Rahmen von höfischen Festen veranstaltet wurden und der Kriegspropaganda dienten, verwendet. So sind in Ambras zahlreiche Gegenstände für das „Husarische Turnier“ erhalten geblieben, unter anderem eine Serie von Maskenvisieren, die der Physiognomie von Husaren und Mauren („Mohren“) nachempfunden sind. Die Husaren verkörperten dabei als christliche Ritter das Abendland und fochten gegen die Mauren, die das Morgenland und die zu unterliegende Partei symbolisierten.

Eine besondere Rarität ist eine Serie von Ledermosaiken. Sie zählen zu den einzig erhaltenen original osmanischen Objekten dieser Art und sind bereits im ältesten Inventar der Ambraser Sammlungen von 1596 verzeichnet. Diese Ambraser Ledermosaike stellen einen wesentlichen und äußerst kostbaren Bestand des Museums dar.

Information

Schloss Ambras Innsbruck
Schlossstraße 20, 6020 Innsbruck

Öffnungszeiten
Täglich, 10 - 17 Uhr
Einlass ist jeweils bis eine halbe Stunde vor Schließzeit!
November geschlossen

Die Habsburger Porträtgalerie sowie die Sammlung gotischer Skulpturen ist von April bis Oktober zugänglich!

8.12.2017: 10–17 Uhr geöffnetSonderöffnungszeiten

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